Wein selber machen

Der Weg zum Hobbywinzer startet jetzt!

Wenn du schon immer mal am eigenen Leib erfahren wolltest, wie die Weinherstellung in den eigenen vier Wänden funktioniert, bist du hier genau richtig. Ziel wird sein, dich mit einem Starterset durch die Weinherstellung zu begleiten, sodass du am Ende deinen eigenen Wein stolz im Freundeskreis präsentieren kannst. Oder auch einfach nur, um den Vergleich zum Winzer-Wein zu haben.

 

Vorstellung des Startersets

Im hier aufgeführten Link findest du ein Starterset– „Das Selber-Wein-Herstell-Set“.

Dieses Set gibt es in den Varianten „Normal“, im Nachfolgenden beschrieben oder in einer Luxusvariante. Für welche du dich am Ende entscheidest liegt ganz bei dir.

Das Set beinhaltet:

  • einen Glasballon (Öffnung innen ca. 3,8 cm):

Dieser wird dein Lagerbehälter für den entstehenden Wein. Durch das Glas wird auch verhindert, dass ungewollte Geschmacksstoffe in den Wein gelangen.

  • Trockenhefe (ca. 20 g):

Die Hefe benötigst du um den Wein zum Gären zu bringen. Dabei wird der in den  Früchten enthaltene Zucker in Alkohol umgewandelt. Wie schnell die Gärung fortschreitet liegt vor allem an der richtigen Temperatur. Umso höher die Temperatur, umso schneller funktioniert der Gärungsprozess. Bei unter 12 Grad Celsius kann die Hefe nicht weiter arbeiten und der Gärungsprozess bricht ab.

  • 5 x Hefenährsalz (je ca. 2 g):

Bei den meisten Früchten ist der Zuckergehalt sehr niedrig und damit ist auch der Alkoholgehalt nach einem Gärprozess eher gering. Das Hefenährsalz unterstützt nun die Hefe bei der Umwandlung von Zucker in Alkohol. Auch bei niedrigeren Temperaturen kann die Gärung so besser voranschreiten.

  • Antigeliermittel (ca. 50 ml):

Hierbei handelt es sich um ein Enzym, welches bei der Klärung des Fruchtsaftes hilft und dafür sorgt, dass der Fruchtsaft flüssig bleibt und nicht geliert.

  • Milchsäure 80 % (ca. 125 g)
  • eine Gärkappen (Gr. 4a, Bohrung ca. 0,9 cm) und Gäraufsatz (Gr.0, Schaft ca. 0,9 cm):

Die Gärkappe ist nötig, damit Gärgase auf dem Behälter entweichen können. Verhindert wird, dass Sauerstoff in den Behälter gelangen kann. Die Kappe besitzt dafür ein kleines Loch in welches der Gäraufsatz eingesetzt wird. Die Kappe besitzt dafür ein kleines Loch in welches der Gäraufsatz eingesetzt wird.

Auswahl der Frucht

wein selber machen fruchtauswahlAnders als vielleicht zu Anfang vermutet, kann Wein nicht nur aus Trauben hergestellt werden. Bei deiner eigenen Weinherstellung kannst du ganz für dich entscheiden, auf welche Früchte du zurück greifen möchtest. Von Kirsche und Erdbeeren bis Pfirsich oder Banane, in der Obstauswahl kannst du dich voll und ganz austoben!

Bei der Verwendung des Obstes ist es nur wichtig, dass dies schön reif ist. Außerdem sollte es frisch und direkt nach dem Waschen verarbeitet werden.

WICHTIG: wegen des Gefahr von chemischen Reaktionen, die den Geschmack im Nachhinein verfälschen können, keine Metallschüsseln für die Verarbeitung verwenden und das Obst gut abtrocknen.

 


Gärung von Saft oder Maischegärung?

Für den Gärprozess wird zwischen 2 Methoden unterschieden.

  1. Saftgärung:

Hierbei presst du deine Früchte aus und verwendest nur den darauf gewonnenen Saft für die Gärung. Vorteil: Du gehst dabei kein Risiko ein, dass Schalen oder Kernreste aus dem Fruchtfleisch bittere Stoffe in den Wein bringen.

  1. Maischegärung:

Bei diesem Verfahren zerdrückst und zerstampfst du das Obst. Es wird so direkt in den Gärbehälter (deinen Glasballon) gegeben. Das Farbergebnis ist hierbei deutlich kräftiger, da beispielsweise in der Schale der Weintrauben alle roten Farbstoffe sitzen.

 

Die Zucker –Zugabe

wein selber machen zuckerFür die Gärung ist Zucker der wichtigste Bestandteil. Die Hefe baut in diesem Prozess wie bereits oben beschrieben den Zucker zu Alkohol ab.

Faustformel: 50 % des Zuckers wird in Alkohol umgewandelt, die andere Hälfte in Kohlenhydrate. Bei der Zugabe von Zucker gibt es wieder zwei Möglichkeiten:

  1. Den Zucker sofort hinzufügen:

Wenn der Zucker direkt hinzugegeben wird, muss er vorher in Wasser (auch Zusatzwasser genannt) aufgelöst werden. Erwärme die Flüssigkeit dazu kurz, damit sie der Zucker besser auflösen kann und sich gleichmäßig mit der Maische vermischt.

  1. Den Zucker später hinzufügen

Die andere Möglichkeit ist, den Zucker erst während die Gärung schon im Gange ist, hinzuzufügen. Teile den Zucker dafür in 4 gleiche Portionen auf und gebe Ihn einmal täglich in deine  Gärballon. Bei diesem Verfahren kann die Hefe effizienter arbeiten und erreicht dabei einen höheren Alkoholgehalt.

 

Einsatz der Milchsäure:

Milchsäure wird für die Zugabe von Säure in einen zu milden Wein gegeben.  Da der Geschmack des Weines auch  durch seine Säure gebildet wird. Beispielsweise für Obstsorten wie Bananen oder Beeren ist nicht ausreichend natürliche Säure vorhanden.

Wichtig ist, dass du sehr genau abmisst wie viel Gramm der Milchsäure du für den Flüssigkeitsanteil benötigst. Am besten eine Briefwaage oder eine sehr genaue Küchenwaage verwenden. Milchsäure gilt im Gegensatz zu Zitronensäure als sehr mild und angenehm im Geschmack.

 

Zugabe der Hefe – Jetzt geht´s los!

Nun werden die Hefe und das dazugehörende Nährsalz dazu gegeben. Jetzt wird es langsam ernst für unsere  Maische.

 

Abfüllung der Maische

Jetzt wird die Maische zunächst in den Gasbehälter gefüllt. Jetzt brauchst du auch erst mal Geduld. Die Gärung beginnt circa am dritten Tag.

Wichtig: Während der Gärung verdoppelt sich das Volumen der Flüssigkeit, deshalb unbedingt darauf achten, dass noch genügend Platz im Behälter ist. Stelle auf jeden Fall eine Wanne oder Ähnliches unter. Ansonsten gibt´s im Nachhinein eine böse Überraschung.

Nun wird noch Antigeliermittel hinzugegeben, welches auch die Schaumbildung während der Gärung verringern soll.

Nun muss der Behälter mit der Gärkappe gut verschlossen werden. Die ideale Temperatur, damit dein Wein schön gären kann, liegt bei 18 – 20 Grad Celsius. Wenn der Prozess in vollem Gange ist, kann der Wein allmählich zum Beispiel in einem Keller weiter gelagert werden. Die Hefen arbeiten bei geringeren Temperaturen langsamer. Wodurch die Gärung dann langsam ausgebremst wird.

Versuche für die Lagerung einen Ort zu finden, an dem Temperaturschwankungen nur sehr gering sind. Der Prozess der Gärung dauert nun etwa 3-4 Woche lang.

 

Ende der Gärung

Das Ende der Gärung ist erreicht, wenn aus der Flüssigkeit keine Blasen mehr aufsteigen. Um den Wein nun noch haltbar zu machen und um ihn vor Bakterien zu schützen, kann Kaliumpyrosulfit in den Wein gegeben werden. Dies ist im Reformhaus oder in Apotheken erhältlich. Das Verhältnis pro Liter liegt hier bei 0,1 Gramm.

 

Abfüllen des Weines – Ein Ende ist in Sicht.

Abschließend musst du nun deinen Wein noch in Flaschen abfüllen. Dafür füllst du mit dem Absaugschlauch, der am Gärbehälter angebracht wird, die Flaschen mit dem Wein. Die Flaschen müssen unbedingt sauber und trocken sein. Außerdem musst du darauf achten, dass die Flaschen sofort verschlossen werden, idealerweise mit einem Korken. FERTIG!

Damit hast du deinen echten eigenen Wein hergestellt!

 

Der Weg zum Hobbywinzer?Wein selber machen hobbywinzer

Bitte beachte, dass die Weinherstellung eine Wissenschaft für sich ist. Winzer brauchen jahrelange Erfahrung und Hingabe, um den perfekten Wein zu produzieren. Sollte dein Wein also nicht ganz deinen Vorstellungen entsprechen, lass dich nicht entmutigen. Übung macht den Meister. Vielleicht brauchst du noch einen Anlauf oder du hast schon jetzt einen  besseren Überblick, was du an deinem Vorgehen verbessern kannst.

 

Natürlich kannst du auch die Fruchtsorten weiter variieren. Wir wünschen dir viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg bei der Herstellung. Vielleicht ist hiermit ein neues Hobby gefunden – auf dem Weg zum Hobbywinzer!

 

 

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