Weingüteklassen - Die Gesamtübersicht der Weine

  • Tafelwein hat die geringsten Qualitätsanforderungen
  • Landwein hat höhere Qualitätsanforderungen als Tafelwein.
  • Qualitätswein muss eine amtliche Qualitätsweinprüfung bestehen und ist die größte Gruppe deutscher Weine.
  • Prädikatswein hat die höchste Qualitatsstufe und besitzt 6 verschiedene Prädikate z.B. Spätlese oder Eiswein.

Weingüteklassen unterteilt in 4 Qualitätsstufen

Pyramide der Weingüteklassen

Pyramide für die Güteklassen von Wein

Die Weingüteklassen sind in 4 Qualitätsstufen eingeordnet – Tafelwein, Landwein, Qualitätswein und Prädikatswein.

Qualitätspyramide der Güteklassen von Wein

Zur besseren Visualisierung der einzelnen Güteklassen gibt es die Pyramide der Güteklassen des Weines. Am unteren Ende die Güteklasse des Tafelweines, mit den geringsten Qualitätsanforderungen, bis an die Spitze mit dem Prädikatswein, der Stufe mit den höchsten Qualitätsanforderungen.

Qualitätsstufe 1: Güteklasse Tafelwein

Dieser bezeichnet allgemein die unterste Qualitätsstufe, weshalb auch nur geringe Qualitätsanforderungen gelten. Pflicht für deutsche Tafelweine ist, dass die gelesenen Trauben nur aus deutschem Anbau stammen dürfen und nur die Trauben aus zugelassenen  Rebsorten gekeltert sind. Auch die Rebflächen müssen dafür im erlaubten Bereich liegen. In Deutschland haben sie insgesamt die geringste Herstellungszahl.

Dagegen in Österreich, der Schweiz, Italien und vielen weitere europäischen Ländern sind die Vorschriften für den Tafelwein anders. Etwa in Frankreich machen sie knapp die Hälfte der hergestellten Weinprodukte aus, sie unterliegen dort keiner gesetzlichen Klassifizierung.  Seit 2009 ist der Begriff „Tafelwein“ im EU-Weinrecht  durch die Bezeichnung „Deutscher Wein ohne Herkunftsbezeichnung“ ersetzt. Der missverständliche Begriff „Tafel“ ist damit entfernt worden.

Vorschriften für die Güteklasse Tafelwein:

  • Natürlicher Alkoholgehalt von 5% vor Zugabe von Zucker,
  • Gesamtalkoholgehalt des Weines liegt zwischen 8 ,5 % vol. und 15 % vol.

Für das Weinetikett gilt: Anbaugebiet oder Bereich muss genannt sein, aber Orts- oder Lagename müssen nicht angeführt werden.

Der Tafelwein darf aus Weinen verschiedener Jahrgänge gemischt werden. Um mehr über verpflichtete und freiwillige Angaben auf Weinetiketten zu erfahren, empfehlen wir dir die Seite Weinetiketten.

Qualitätsstufe 2: Güteklasse Landwein

Deutscher Landwein steht in der Pyramide der Weingüteklassen ein Stufe weiter oben. Zusätzlich zu den Vorschriften, die für den Tafelwein gelten, hat der Landwein eine geschützten geografischen Angabe.  Meist sind diese Weine trocken oder halbtrocken. Es gibt in Deutschland 19 Landwein-Anbaugebiete. Jedes dieser Gebiete hat dabei eine besondere Eigenschaft. Für die Einhaltung der Vorschriften gibt es für die jeweilige Region bestimmte Untersuchungsämter.

Beispiel: Das Landwein-Gebiet „Pfälzer Landwein“ unterliegt dem Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz.

Vorschriften für den Landwein:

  • Angabe über Landschaft  aus der die Trauben stammen,
  • natürliche Mindestalkoholgehalt muss um mindestens 0,5-Volumen-Prozent höher sein als beim Tafelwein aus dieser Region

In Deutschland werden im Vergleich zu anderen Weinbau-Nationen nur geringe Mengen dieser Weingüteklasse hergestellt.

Qualitätsstufe 3: Güteklasse QualitätsweinAnbaugebiet von Qualitästswein, Weingüteklassen

Hierbei gibt es zwei Unterscheidungen: zum einen Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.), dies ist die am häufigsten produzierte Gruppe in Deutschland. Diese Bezeichnung ist abhängig von den ausgewiesenen Anbaugebieten. Zum anderen gibt es Qualitätswein garantierten Ursprungs (Q.g.U.), wobei es auf das Anbaugebiet ankommt, aus der eine Regionstypische Rebsorte stammt.

Um als Qualitätswein zu gelten, muss der Wein die amtliche  Qualitätsweinprüfung bestanden haben. Hier wird nach Aussehen, Geruch und Geschmack und gebietstypischen Geschmacksprofil beurteilt. Um auch dem Verbraucher diese Einsicht ebenso zu gewähren, muss diese Prüfung in Form einer Prüfnummer (kurz: A.P.-Nr.) auf dem Weinetikett vermerkt werden.

Vorschriften für den Qualitätswein: 

  • muss aus einem der 13 ausgewiesenen Anbaugebieten in Deutschland stammen (z.B. Rheinhessen, Hessische Bergstraße, Franken)
  • Einhaltung bestimmter Rebsorten und eines Mindestalkoholgehalts ist verpflichtend

Das sogenannte Mindestmostgewicht muss je nach Gebiet zwischen 50 und 72 Grad Oechsle liegen, diese Maßeinheit steht für das Gewicht des Traubenmostes, dabei wird mit einer Mostwaage gemessen und die Dichte des Mostes bestimmt.

Zur Erhöhung des Alkoholgehalts dürfen Qualitätsweine, ebenso wie Landweine, vor der Gärung mit Zucker angereichert werden, dieser Zuckerzusatz ist jedoch gesetzlich begrenzt. Der Grenzwert für die Entstehung von zusätzlichem Alkohol liegt hier bei 20 bis 28 Gramm.

Qualitätsstufe 4: Güteklasse Prädikatswein

Für Prädikatsweine oder Qualitätsweine mit Prädikat gelten die höchsten Qualitätsanforderungen aller Weine. Sie sind die höchste Güteklasse und stehen in der Gruppe der Qualitätsweine auf höchster Stufe. Die Prädikate mit denen ein solcher Wein ausgezeichnet werden kann sind: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerlese und Eiswein.

Vorschriften für den Prädikatswein:

  • muss aus einem einzigen Anbaugebiet stammen,
  • darf nicht mit Zucker angereichert werden, sein natürlicher Alkoholgehalt muss genügen,
  • Gesamtalkoholgehalt muss bei mind. 12,0 % vol. liegen

Die Prädikate müssen in aufsteigender Reihenfolge (oben genannt) jeweils ein höheres Mostgewicht erreichen, dadurch kommt zustande, dass Weine umso höher ihr Prädikat ist, einen größeren Anteil Restzucker haben. Ergebnis: Diese Weine sind sehr süß, weshalb Qualitätsweine mit Prädikat in ihren Geschmacksnoten auch als edelsüß gelten.

 

  • Kabinett Wein:

    Kabinettsweine sind leichte Weine aus reifen Trauben, welche charakteristisch einen verhältnismäßig geringen Alkoholgehalt haben. Bei einer sensorischen Prüfung müssen die Weine in einem 5 Punkte-Schema mindestens 1,5 Punkte erreichen. Diese wird für alle Qualitätsweine durchgeführt. Dabei wird der Geschmack, Geruch und Aussehen des Weines beurteilt.  Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (kurz: DLG) führt diese Prüfung jährlich für rund 4.000 Weine durch. Die Bezeichnung Kabinett stammt aus dem 15. Jahrhundert. Hier richtete das Kloster Eberbach eine Art Schatzkammer (auch Cabinet genannt) ein, in der hochwertige besondere Weine gelagert wurden.

 

  • Spätlese:

    Historisch basiert das Prinzip der Spätlese von Trauben auf einem Zufall und ereignete sich 1755 im Schlossgut Johannesberg. Damals waren Winzer auf die Genehmigung des Erzbischofs angewiesen, um ihre Trauben zu ernten und zu verarbeiten. Der zuständige Bote verspätete sich für die Überbringung der Nachricht  und die Trauben waren bei seiner Ankunft bereits von der Edelfäule, einem Pilz, befallen, was  nach damaligem Wissenstand bedeutete dies, dass die Trauben verdorben und dadurch unbrauchbar für die Weinherstellung sind.

    Prädikatswein Eiswein Weinberg mit Schnee Weingüteklassen

    Ein sehr außergewöhnliches Prädikat ist der Eiswein. Der gefrorene Zustand der Traube ist entscheidend.

    Aber der Winzer entschied sich nun aus Trotz doch seine Trauben zu keltern. Mit überraschendem Ergebnis, denn der Wein schmeckte besonders fruchtig und außergewöhnlicher als zuvor erhaltene Weine.

    Seitdem ist die Edelfäule ein Merkmal für die Besonderheit von Weinen und der Begriff der Spätlese steht  für besonders hochwertige Qualität. Heute erfolgt die Ernte und Verarbeitung der Trauben absichtlich zu einem späteren Zeitpunkt, das genaue Datum wird dafür in jeder Gemeinde selbst festgelegt. Die Traube muss bei der Ernte vollreif sein. Spätlese-Weine sind in der Regel fruchtig-süß.

  • Auslese:

    Hierfür werden vollreife oder edelfaule Trauben verwendet, der Wein ist typisch sehr fruchtig und süß. Um einen trockenen Auslese-Wein zu erhalten, muss der Wein durch den hohen Zuckergehalt sehr lang gären. Das Ergebnis ist dann ein sehr hochprozentiger Wein. Deshalb sind diese Weine sehr fruchtig mit süßen Geschmacksnoten gehalten, damit der Alkoholgehalt des Weines niedrig bleibt.

  • Beerenauslese: 

    Weine dieses Prädikates sind volle fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen Beeren. Die Lese der Trauben erfolgt per Hand und die geeigneten Trauben sind schwer zu finden, wodurch diese Weine sehr selten sind. Wein der Beerenauslese besitzen aber eine lange Haltbarkeit und ist deshalb über Jahrzehnte lagerfähig, Grund warum sie als Raritäten gelten und im Verkauf einen hohen Preis haben.

  • Trockenbeerenauslese: 

    Diese Form der Lese besteht aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren, durch ihre Süße und leichte Honignote eignen sie sich gut als Dessertwein.

 

  • Eiswein:

    Eiswein gilt als sehr risikobehaftetes Produkt in der Weinherstellung, denn wenn das Wetter nicht mitspielt oder unerwartete Wetterumschwünge aufkommen, können ganze Traubenmengen unbrauchbar werden. Um Eiswein zu erhalten werden die Trauben länger als normal an der Rebe gelassen. Bei der späteren Ernte müssen die Temperaturen dann bei mindestens minus 7 Grad liegen, dabei findet die Ernte meist am frühsten Morgen nach einer sehr kalten Nacht statt. Der Zeitraum dafür sind Monate zwischen November und Januar. Die Besonderheit im Gegensatz zu den anderen Prädikaten ist der hohen Beereninhaltstoff, welcher nur durch das Gefrieren der Trauben an der Rebe entsteht.

 

 

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